Am Samstag, 13. September 2025, versammelte sich eine Gruppe neugieriger Lyceinnen im Foyer der Bundeskunsthalle in Bonn. Punkt 13 Uhr eröffnete Frau von Kohout die Begegnung mit einem prägnanten Überblick über das Leben und Wirken von Susan Sontag – einer der scharfsinnigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts.
Schon beim ersten Schritt in die Ausstellungsräume wurde klar: Hier ging es nicht um bloße Chronologie, sondern um ein lebendiges Porträt. Fotografien, Filmsequenzen und persönliche Dokumente ließen Sontags Gedankenwelt spürbar werden. Frau von Kohout führte mit beeindruckender Expertise durch die Stationen ihres Lebens – von der frühen Auseinandersetzung mit dem Holocaust über ihre bahnbrechenden Essays zur Fotografie bis hin zu ihrem Engagement als Regisseurin und Aktivistin.
Auch schwierige Themen fanden Raum: Sontags Beschäftigung mit Queerness, die gesellschaftliche Stigmatisierung von HIV-Infizierten und ihre eigene Krebserkrankung wurden sensibel beleuchtet. Ihre Leidenschaft für Film und ihr feministisches Selbstverständnis als Autorin und Intellektuelle standen ebenso im Fokus. Wie ihre Vorbilder Simone de Beauvoir und Hannah Arendt kämpfte sie für die Anerkennung als Denkerin – unabhängig vom Geschlecht.
Die Führung war nicht nur informativ, sondern auch bewegend. Sie machte deutlich, wie wichtig Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft sind. Am Ende hörten alle ein Zitat von Susan Sontag: „Der Film ist das Leben, die Fotografie ein Memento mori.“ Ein Satz, der zum Nachdenken anregt – genau wie die Führung selbst.

