• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

ILC – Internationaler Lyceum Club Köln e.V.

Internationaler Lyceum Club Köln e.V.

  • WILLKOMMEN
  • GESCHICHTE
  • PROGRAMM
  • CLUBNACHRICHTEN
  • STIPENDIUM
    • STIPENDIAT*INNEN
  • LINKS
  • KONTAKT
    • DATENSCHUTZ
    • IMPRESSUM

Spaziergang: Vom Kölner Frauenklub zum Internationalen Lyceum Club Köln

21. Oktober 2026

Bericht über den historischen Rundgang mit Irene Franken vom Kölner Frauengeschichtsverein auf den Spuren unserer Gründerinnen

Von Heidi Esser

Am 11. September 2026 machten wir uns gemeinsam mit Irene Franken vom Kölner Frauengeschichtsverein auf den Weg zu den Wurzeln unseres Clubs. Trotz wechselhaften Wetters war die Stimmung bestens. Mit großer Sachkenntnis und viel Begeisterung führte uns Irene Franken zu den Orten, an denen vor über 100 Jahren die Geschichte des Kölner Frauenklubs ihren Anfang nahm.

Station 1: Farina-Haus – Elisabeth von Mumm

Unser erster Halt war das ehemalige Wohnhaus von Elisabeth Johanna Maria von Mumm, einer der prägenden Persönlichkeiten der Kölner Frauenbewegung. Irene Franken zeichnete das Bild einer außergewöhnlichen Frau: gebildet, unabhängig und voller Tatkraft. Obwohl Frauen ihres Standes damals nur wenige Möglichkeiten zur beruflichen Entfaltung hatten, engagierte sie sich auf vielfältige Weise für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen.

Zu ihren Verdiensten zählen unter anderem:

  • die Gründung des Kölner Frauen-Fortbildungsvereins (1895),
  • die Mitwirkung bei der Einrichtung der Höheren Handelsschule für Mädchen (1900),
  • ihr Engagement in zahlreichen Frauenverbänden,
  • sowie ihre Tätigkeit als erste Waisenrätin Kölns im Jahr 1906.

Ihr Einsatz für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe spiegelt viele der Anliegen wider, die den Kölner Frauenklub von Beginn an prägten.

Station 2: Gürzenich – Die Idee eines Frauenklubs entsteht

Weiter führte uns der Weg zum Gürzenich. Hier wurde 1905 im Isabellensaal die Gründung des Kölner Frauenklubs vorbereitet. Irene Franken schilderte eindrucksvoll, wie fortschrittlich diese Idee damals war: nicht als Wohltätigkeitsverein, sondern als Ort der Begegnung, der Bildung und des geistigen Austauschs für Frauen.

Die Gründerinnen diskutierten Fragen, die erstaunlich modern wirken: Sollte der Klub allen gesellschaftlichen Schichten offenstehen? Wie sollten die Mitgliedsbeiträge gestaltet werden? Und brauchte man ein eigenes Clubhaus?

Im Januar 1906 wurde der Kölner Frauenklub schließlich gegründet – ein wichtiger Meilenstein der Kölner Frauenbewegung.

Station 3: Am Hof 36 – Das Tongersche Haus

Ein weiterer Halt führte uns zum Tongerschen Haus am Hof 36, das ab 1910 Sitz des Frauenklubs war. Mit Bibliothek, Lesezimmer, Mittagstisch, Gästezimmern und einem vielfältigen Kulturprogramm entwickelte sich hier ein lebendiges Zentrum für Bildung, Austausch und Geselligkeit.

Sprach- und Literaturnachmittage, Musikabende, Vorträge, Ausstellungen und Ausflüge machten den Klub zu einem wichtigen Treffpunkt, insbesondere für berufstätige und alleinstehende Frauen.

Frauenbewegung und engagierte Wegbereiterinnen

Der Kölner Frauenklub war eng mit der Frauenbewegung seiner Zeit verbunden. Hier tagte die Frauenstimmrechtsgruppe Köln, und zahlreiche bekannte Frauenrechtlerinnen hielten Vorträge zu Themen, die damals oft kontrovers diskutiert wurden. Ab 1910 gehörte der Klub dem Kartell deutscher Frauenklubs an und wurde später Mitglied im Bund Deutscher Frauenvereine.

Neben Elisabeth von Mumm stellte Irene Franken weitere bedeutende Frauen vor, die den Klub entscheidend geprägt haben:

  • Mathilde von Mevissen, die sich über Jahrzehnte für Mädchenbildung und Frauenrechte einsetzte und eng mit Elisabeth von Mumm zusammenarbeitete.
  • Maria Fremery, die als langjährige Vorsitzende die Aufbaujahre des Klubs bis 1914 maßgeblich gestaltete.
  • Julie von Engelken, geb. Neven DuMont, die ab 1914 den Vorsitz übernahm und den Klub auch international vertrat.

Diese Frauen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Persönlichkeiten waren, die den Kölner Frauenklub getragen und weiterentwickelt haben.

Johanna-Hesse-Haus, Köln
Johanna-Hesse-Haus, Foto: Heidi Esser

Wetterbedingte Abkürzung und Einblick in die weitere Clubgeschichte

Da das Wetter zunehmend unbeständig wurde, verlegten wir den weiteren Teil des Nachmittags in unser heutiges Zuhause, das Johanna-Hesse-Haus in der Albertusstraße.

Bei einer kleinen Stärkung berichtete Irene Franken über die weiteren Stationen der Clubgeschichte:

  • 1906: Neumarkt 18 – erstes Clubdomizil
  • 1910: Am Hof 36 – Tongersches Haus
  • 1929: Albertusstraße 29 – später im Zweiten Weltkrieg zerstört
  • 1956: Albertusstraße 13–17 – Neubau des Johanna-Hesse-Hauses und bis heute Sitz des Lyceum Clubs Köln

Vom Kölner Frauenklub zum Internationalen Lyceum Club

Auch die Zeit des Nationalsozialismus hinterließ tiefe Spuren. Nach der Gleichschaltung im Jahr 1934 und der Eingliederung in das Deutsche Frauenwerk verlor der Klub seine Unabhängigkeit. Jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen. 1942 wurde der Kölner Frauenklub schließlich aufgelöst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte der Klub an seine Tradition an. 1949/50 schloss er sich dem Internationalen Lyceum Club an und wurde Teil eines weltweiten Netzwerks kulturinteressierter Frauen. Dieser Schritt brachte neue Impulse und machte den Kölner Klub erneut weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar.

Ein lebendiger Blick zurück – und nach vorn

Der Rundgang machte deutlich, welch bedeutende Rolle der Kölner Frauenklub im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt spielte. Er war ein Ort der Begegnung, der Bildung und der Inspiration und zugleich ein wichtiger Impulsgeber der Frauenbewegung im Rheinland.

Die Ideale unserer Gründerinnen leben bis heute fort: Bildung, kultureller Austausch, internationale Verständigung und die Förderung von Frauen. Der Nachmittag mit Irene Franken hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, auf welch reiche Geschichte wir zurückblicken können und wie viel davon noch heute im Internationalen Lyceum Club Köln lebendig ist.

Clubnachrichten

« 5. Treffen des deutschsprachigen Literaturclubs
Mit Mona Lisa, KI und kritischem Blick durchs digitale Zeitalter »

Seitenspalte

Club-Programm

<< Okt. 2026 >>
MDMDFSS
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

STIPENDIUM

  • Paula Madden

  • Elisabeth Rummenhöller

  • Marie Lindenthal

  • Nadine Kribbe

  • Marie Lea Reutlinger

  • Marina Lenz

  • Julia Sanjurjo

  • Friederike Reif

  • Finja Reiners

  • Julia Ziehme

  • Parmida Soltani

  • Saskia Schmidt

  • Lynn Rabael Poppke

  • Fátima Alcázar Rodríguez

  • Dilara Sahin

  • Ema Kapor

  • Giovanna Gaspari

  • Daria Kozlova

  • Ani Ter-Martirosyan

  • Aleksandra Kruglova

  • Anna Marie Schäfer

  • Marie Müller

  • Celina Hentschke

  • Viktoria Kohlhas

  • Esther Deborah Sinka

  • Anna Austermann

  • Alexandra Wende

  • Stefanie Bleckmann

  • Katharina Quast

  • Lina Bauer

  • Amanda Romero

Deutsche Clubs im Überblick

Berlin
Frankfurt Rhein-Main
Köln
Stuttgart

Verband der Internationalen Lyceum-Clubs in Deutschland

Internetauftritt des Verbands

Footer

INTERNATIONALER LYCEUM CLUB KÖLN E.V. • IMPRESSUM • DATENSCHUTZ